Space Shuttle

Gegenstände in der Sammlung, Teil III

Der Hitzeschutz des Space Shuttles - "the real thing"

Speziell in der Raumfahrt müssen Hitzeschutzkacheln extremen Temperaturen standhalten, sie sind deshalb aus Materialien wie Keramik oder Verbundwerkstoffen gefertigt. Diese Stoffe halten sowohl den Bedingungen im Weltraum, wenige Grad Celsius über dem Absoluten Nullpunkt, als auch dem tausende Grad heißen Plasma beim Wiedereintritt stand. Wiederverwendbare Hitzeschilde wie die Hitzeschutzkacheln der Space Shuttles bestehen meist aus keramischen Werkstoffen, die auch in Bremssystemen für Autos Verwendung finden. Besonders beanspruchte Teile des Space Shuttle-Hitzeschilds, wie die Flügelvorderkante, bestehen aus Kohlenstoffverbundwerkstoffen. Die schwarzen und weißen Kacheln bestehen aus feuergehärteten Kohlenstofffasern, einen Gemisch aus Graphit und Siliziumkarbid.

Ein Stück Kachel unter dem Mikroskop gesehen. Deutlich erkennt man bei 15.000facher Vergrößerung (hier rechts unten) die einzelnen Fasern und die Zwischenräume.

 

    

Original Teile von Space Shuttle Hitzeschutzkacheln.

 

      

"Front" und "Back" eines ca. 4 x 2cm kleinen aber geflogenen LRSI* - Kachelstückes der "Columbia" . Dieses Stück wurde bei Service Arbeiten an der Raumfähre entfernt. Am rechten Bild, (der "Backseite") sieht man noch die Reste des roten Klebers mit der die Kachel am Orbiter OV-102, der "Columbia"  befestigt wurde. (* Low-temperature Reusable Surface Insulation)

 

(Foto: Rockwell)

Ein Techniker von Rockwell beim anbringen der LRSI - Kacheln an der Raumfähre Columbia. Damals mussten noch ca. 30.000 Stück mit der Hand befestigt werden. Erst viel später wurden die Kacheln auf der Oberseite der Raumfähre durch Hitzeschutzmatten ersetzt. 

 

    

Eine Hitzeschutzkachel aus dem frühen Shuttle Programm. Sie könnte für die "Columbia" oder "Challenger" gefertigt worden sein. Die Kachel hat auf der Unterseite keinen Klebefilz. Ebenso ist kein "Scrap" Stempel zu sehen. Sehr guter Zustand.

 

    

Flown 

Ein Stück "Thermal Barrier“ oder auch "Gap Filler" geflogen mit dem Space Shuttle OV-102 „Columbia“ bei der Mission STS-83. Diese Mission wurde nach etwas mehr als drei Tagen abgebrochen da wichtige Systeme an Bord ausgefallen sind. Diese Stück dürfte also schon öfters im All gewesen sein als bei diesen einen Flug.

Es wurde lt. NASA Protokoll einen Tag nach der Landung entfernt. Es dürften sich Kacheln gelöst haben, und dieses  „Thermal Barrier“ dürfte sich in der Nähe befunden haben. Es könnte sich dabei um „Fugenfüllmaterial“ zwischen den Kacheln handeln oder auch eine „thermische Barriere“ bei einen der Fahrwerkschächte. Es wurde es sogleich entfernt und ausgetauscht.

      

Flown 

Das original NASA Tag, eine Aufzeichnung über das Entfernen des "Thermal Barrier“ und weitere Beschädigungen am Orbiter.

Wichtiger Hinweis ! Der "Thermal Barrier“ der Columbia wurden im Rahmen der routinemäßigen Wartung
ausgetauscht und stammen NICHT vom Unglück am 01.02.2003 !!!

 

    

Flown 

Ein kleines Teil ( 7 x 4 x 2cm) einer Hitzeschutzkachel der „Discovery“.

Diese wurde bei der großen Jahresinspektion des Orbiter`s nach der Mission STS-70 im Jahre 1995 entfernt.

Der Start erfolgte am 13. Juli 1995. Es war die 70. Space Shuttle Mission und der 21. Flug der Discovery.

Dies zufolge dürfte das kleine Kachelstück öfters als ein mal in den Weltraum geflogen sein.

Anbei auch der Problem Report, an diesen ist ersichtlich das dieses Teil am 23.08.1996 bei einer Inspektion entfernt wurde.

Es dürfte von der rechten Flügelunterseite stammen, da die dicke der Kachel am Problem Report mit RWNG (right Wing?) 2,3“ (sind ca.6cm) angegeben wurde. Das Teil dürfte von einen Kacheleck stammen, an Hand der roten Klebespuren dürfte diese ein Seitenstück darstellen, der rote Kleber dürfte von "Gap Filler" stammen.

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Eine besondere Hitzeschutzkachel, obwohl diese keine Kachel ist. Dieses Teil stammt von der Abdeckung des "Sternensuchers" oder auch "Star Tracker Assembly". Die Verschlüsse werden nach dem Start geöffnet und im Zuge der Wiedereintrittsvorbereitungen geschlossen. Die Kachel Unterscheidet sich vom Material gegenüber den anderen Hitzeschutzkacheln sehr. Sie ist nur etwa 1 cm stark. Weitere Besonderheit: Die Crew von STS-114 hat diese Kachel Unterschrieben.

(Fotos: raumfahrtmuseum.at)

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(Foto: Rockwell, NASA)

Astronaut John Young, Commander von STS-1 besichtigt die ersten Hitzeschutzkacheln die am Space Shuttle "Columbia" angebracht worden sind.

 

    

Eine dieser frühen Hitzeschutzkacheln, erkennbar an den noch gelben ID - Zahlencode, in unserer Sammlung. Bei neueren Kacheln wurden die Ziffern danach weiß Aufgedruckt. An Hand dieser Buchstaben und Zahlencode`s lässt es sich feststellen wo diese Kachel befestigt werden sollte oder zu welchen Orbiter sie gehörte. Das rote "Scrap" wird auf jeden ausgemusterten Bauteil der Raumfähren gedruckt, somit ist dieses Teil "Schrott" also nicht mehr zu verwenden. Das kann verschiedene Ursachen haben wie, Beschädigungen, Abweichung der Größe, Qualitätsprobleme.

    

Besonderheit dieser Kachel: Die Autogramme von vier Space Shuttle Astronauten auf der Kachel. To Mike best wishes! - von Don Thomas, Tom Henricks auf der langen Seite sowie seitlich Guy Bluford und Mike Gernhardt.

    

(Fotos: raumfahrtmuseum.at)

Auf der Unterseite schön zusehen, der Filz sowie Reste des roten Spezialklebers und verschiedene Stempel.

 

(Foto: NASA)

Der rote Pfeil markiert die genaue Position der Hitzeschutzkachel. Sie liegt an den vorderen Fahrwerkschachtklappen, direkt unter der "Nase" der Raumfähre. Diese Foto entstand in der Shuttle Orbiter Processing Facility (OPF)  bei einer regelmäßigen Generalüberholung. Dort werden auch Aufwertungsmaßnahmen zur Steigerung der Lebensdauer, Verbesserung der Einsatzfähigkeit und der Sicherheit durchgeführt.

 

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