Bord - und Raumanzüge
Der Sokol-K Raumanzug (1973 - 1980)

Vielen Dank auch an Sandra, die den engen und sehr kleinen Raumanzug für das Shooting angezogen hatte.

Erstmals seit der Woßschod 2 Mission wurde ab Sojus 12 wieder ein Raumanzug getragen. Der neue leichte und sehr modische Raumanzug trug den Namen Sokol K , und wurde ab 1973 bis ca. 1980 von den Kosmonauten bei Start und Landung getragen.
Er soll die Raumfahrer vor einem plötzlichen Druckabfall in der Kapsel schützen. Unter normalen Bedingungen bei Start, Landung und Ankoppelung erhält die gummierte innere Hülle des Anzuges über Schlauchleitungen Atemluft aus der Kabinenatmosphäre, die auch für Kühlung sorgt. Bei einem Druckabfall schließt sich der Raumanzug hermetisch ab und bekommt über einen separaten Behälter reinen Sauerstoff zugeführt. Die innere Hülle besteht aus Naturgummi auf chlorsulfoniertem Nylon-Gewebe mit Polyamidüberzug (CAPRON), die äußere Hülle aus LAVSON-Gewebe (russische DACRON-ähnliche Polyesterfaser).
Letztes Foto zeigt den ältern Sokol K zum Vergleich mit den neueren Sokol KV-2 Raumanzug.
Der Sokol KV-2 Raumanzug (1980 - bis zum heutigen Zeitpunkt)
(Fotos: S.W.)
Der Sokol KV-2 ("Falcon") Raumanzug wird für Start und Landung
in der russischen Sojus Raumkapsel getragen. Der Raumanzug wurde ab 1980 für Flüge mit dem SOJUS-TM Raumschiff, das
drei Menschen Platz bietet, entwickelt.
Der Anzug hat leer eine Masse
von ca. 9 kg. Am rechten Arm befindet sich ein Spiegel, denn bei unter
Druck gesetztem Anzug ist die Bewegungsfreiheit des Raumfahrers stark
eingeschränkt, und hier am Bild an der linken Hand eine Omega Speedmaster mit
Velcoband. Die Anzüge werden in Handarbeit hergestellt.
Herstellerfirma ist die russische Firma Zvezda. An den Ellbogen und an den
Knien kann der Anzug individuell auf die Körpergröße der Raumfahrer
angepasst werden.
Zum Sokol KV-2 Raumanzug gehören noch das Sokol Headset SHL-10, die Sokol Handschuhe und die grauen Sokol Lederstiefel. Die Schuhe sind in den Anzug integriert, während die Handschuhe abnehmbar sind und mittels einer Kupplung aus blaueloxiertem Aluminium befestigt werden. Das Polycarbonat-Visier ist an Gelenken in Ohrhöhe befestigt und schließt in geschlossenem Zustand mit einem eloxierten Aluminiumflansch an den Anzug ab. Die Kappe bzw. der innere weiche Helm faltet sich zusammen, wenn das Visier geöffnet wird. Der Raumanzug hat vier Taschen an den Beinen und Einstellriemen an Armen, Beinen, Brust und Bauch. Um Schäden an den Füßen des Anzugs zu vermeiden, werden am Boden graue Lederstiefel über den Anzug gezogen. Diese müssen vor dem Betreten der Sojus-Kapsel ausgezogen werden. Damit wird auch eine Verunreinigung der Druckkabine vermieden.

Die grauen Lederstiefel werden nur auf dem Weg zur Rakete getragen. Vor dem betreten der Sojus Kapsel werden die Stiefel ausgezogen. Damit wird verhindert das Schmutz in die Kapsel getragen wird, der bei späterer Schwerelosigkeit zum Problem werden könnte. Die Sokol KV-2 Handschuhe GP-7A. Hier das vorletzte Modell zusehen. Die blauen kyrillischen Buchstaben beziehen sich auf den Träger der Handschuhe. Hier z.B. Kosmonaut Igor Volk. Die Handschuhe werden an den jeweiligen Kosmonauten der Größe angepasst.
Sokol Headset SHL-10 ("Schlemofon")

Unter dem Sokol Raumanzug wird eine Garnitur weiße Baumwollunterwäsche (links) getragen, dazu noch wie hier zu sehen graue Socken. Unter den Raumhandschuhen werden noch Baumwollhandschuhe (rechts) angezogen. Auf jeden dieser Stücke ist das Logo (in kyrillisch die Anfangsbuchstaben) des Kosmonauten eingenäht. So ist eine Verwechslung beim Anziehen ausgeschlossen.

Kosmonauten "Pampers", wird getragen unter der weißen Baumwollunterwäsche beim Start, oder beim Ausstieg mit dem Orlan Raumanzug. Zustand NEU!!!

(Foto: NASA)
Eine Sojus Crew mit ihren Sokol KV-2 Raumanzügen bei der Verabschiedung zum Start. Der graue "Koffer" dient zur Regulierung der Temperatur im Raumanzug. Nach dem besteigen der Sojus Kapsel wird die Kühlung und Versorgung von Bordeigenen Systemen übernommen.