Die Hygiene an Bord einer Raumstation
Ein Badezimmer auf der Raumstation? Leider nicht!!!
Körperpflege ist an Bord der ISS natürlich genauso wichtig wie auf der Erde. Für die tägliche Körperhygiene haben alle Astronauten einen kleinen Kulturbeutel mit allen wichtigen Utensilien: einen Kamm, eine Schere, eine Zahnbürste, Zahncreme, Seife, Shampoo, Handtücher und Papiertücher. Für die männlichen Crew-Mitglieder gibt es einen Rasierer, Rasiercreme und Aftershave, Astronautinnen dürfen Make-up benutzen. Am Kulturbeutel ist ein Klettverschluss angebracht, so dass man ihn an der Wand befestigen kann, damit er nicht klammheimlich davonfliegt, während man mit Zähneputzen beschäftigt ist!
Noch gibt es keine Dusche an Bord der ISS. Obwohl Absaugvorrichtungen vorhanden sind, die das Wasser in Beutel ableiten, ist es ein schwieriges Unterfangen, sämtliche Wassertropfen „einzufangen“. Zudem hat Wasser die Eigenschaft, sich an Oberflächen abzulagern, und solange es frei im Raum schwebt, kann es überall hin gelangen, sogar in die Ohren und Nasen der Astronauten! So würden die Wassertropfen im schwerelosen Zustand also nicht so herrlich auf der Haut prickeln wie bei einem Duschbad auf der Erde. Deshalb halten viele Astronauten das Duschen im All auch nicht für so entspannend wie auf der Erde. Als ideale Alternative gibt es an Bord der ISS Waschtücher, die mit Trockenseife behandelt oder spezielle Frischetücher, die mit einer desinfizierenden Lotion getränkt sind. Auf diese Weise kann eine Menge Wasser eingespart werden.

(Fotos, raumfahrtmuseum.at)
In so einen Beutel werden die Hygienematerialien an Bord gelagert. Die Aufschrift gibt an was sich darin befindet. Die Beutel gibt es in den Farben, orange, grau, grün und blau.

Ein Wasserbehälter aus der frühen Zeit der Raumstationen. Mit diesen Behältern wurde Frischwasser mit Progress Transportern zur Saljut Station gebracht. Erst später wurde ein System erfunden das aus Urin und Luftfeuchtigkeit Brauchwasser herstellen konnte. Dadurch mußte nun weniger Wasser geliefert werden und der Platz wurde durch andere nützlichere Fracht wie z.B. frisches Obst und Gemüse ersetzt. Nur Trinkwasser wird noch frisch in Behältern in die Station geliefert.
Haare waschen und Körperhygiene
Raumfahrer benutzen zum Haarwaschen ein Spezialshampoo (Trockenshampoo). Es wird genau wie normales Shampoo angewendet, aber nicht ausgespült, sondern mit dem Handtuch abfrottiert. Solche Shampoos sind auch in Drogerien erhältlich, sie werden gerne auf Reisen mitgenommen, bei denen Wasserknappheit zu erwarten ist.

Links: Russischer Waschlappen und Haarwasch-Set, rechts feuchte Tücher für Körperhygiene. Diese Sachen stammen aus dem MIR Programm, werden aber nach wie vor auch auf der ISS verwendet.

Eine russische blaue Hygienetasche, geöffnet - mit folgenden Inhalt: Zahnstocher, Zahnbürste, Nagelfeile, 2 russische Kaugummipackungen, ein Kamm und eine Haarbürste. Dürfte noch aus dem russischen MIR Programm stammen.

(Fotos, raumfahrtmuseum.at)
Amerikanische Astronauten verwenden auf dem Space Shuttle und der ISS dieses Shampoo der Marke NoRinse. Es ist ein fertigshampoo- man benötigt kein Wasser, einfach auf ein Tuch geben, einreiben, trocken reiben und fertig. Auf der rechten Flasche sind die typisch blauen Velco Punkte zu sehen. Ein kleines aufgedrucktes Shuttle und "Used by NASA" sind ebenso auf der Rückseite zu sehen.

Die ehemalige Astronautin Lisa Nowak beim "Haarewaschen" an Bord von STS-121.
Zähneputzen
Zum Zähneputzen benutzen die Astronauten ganz normale Zahncreme. Sie nehmen dazu Wasser aus einem Spender, aber es gibt kein Becken, in das sie das Wasser ausspucken könnten. Sie spucken es anstatt dessen in ein Papiertuch und werfen es weg. Alternativ dazu kann auch essbare Zahncreme verwendet werden, die speziell für den Gebrauch ohne Wasser entwickelt wurde.
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Das MIR WC
Wir sind stolzer Besitzer eines original MIR WC`s aus den 1:1 Modell der Mir im Sternenstädtchen in Moskau.

Das Trainings "MIR-WC" eingebaut im 1:1 Modell. In den weißen Säckchen die hinter dem WC angebracht sind befinden sich Trichter, Hygienematerial und Feuchttücher für die Besatzungsmitglieder. Hier am Bild links sieht man die Leitungen für den Urinabfluß, sowie Leitungen für den Sauger und Druckluft.
Das Highlight auf jeder Ausstellung!!!

Das erste, was Astronauten tun, wenn sie die Toilette betreten haben, ist, sich auf selbiger anzuschnallen – täten sie das nicht, würden sie langsam aber sicher abdriften. Anstelle einer Wasserspülung verfügt die Toilette über ein Absaugrohr, das die Fäkalien nach unten in eine Auffangvorrichtung abführt. Die Feststoffe werden gepresst und bis zur späteren Entsorgung gelagert, während Urin separat aufgefangen und wiederaufbereitet wird. Der komplett gereinigte und desinfizierte Urin wird aufbereitet und daraus unter anderem Brauchwasser für die Crew gewonnen.

(Fotos, raumfahrtmuseum.at)
Das WC im geöffneten Zustand. Der gelbe Trichter, jedes Besatzungsmitglied hat natürlich seinen eigenen durch Farben gekennzeichneten ist die Öffnung für den Urinabfluß. Für Frauen gibt es eine eigens geformte ovale Trichteröffnung zum aufstecken. Durch das größere Loch sieht man in den Auffangbehälter für die festen Stoffe.
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Schlafen in der Raumstation
(Fotos, raumfahrtmuseum.at)
Ein Schlafsack wie sie schon in der Mir Raumstation verwendet wurden kommt auch in der neuen ISS Station zum Einsatz. Dieser hier befindet sich in unserer Sammlung und ist ein Trainingsstück.

(Foto: NASA)
Zum Schlafen gibt es in der Raumstation Einzelkabinen. Damit man nachts nicht davonschwebt, muss man sich anschnallen und den Schlafsack festzurren. Weil in der Raumstation -Umlaufbahn alle 47 Minuten die Sonne auf- und wieder untergeht, werden die "Schlafzimmer" abgedunkelt. Ob man nun auf den Kopf steht oder normal im Schlafsack hängt, am Rücken "liegt" oder auf dem Bauch macht in der Schwerelosigkeit keinen Unterschied. Man schläft in jeder Lage fest und gut. Sehr hilfreich ist dabei eine Augenklappe und Ohrenstöpsel da die Ventilatoren der Klimaanlage ständig sehr laut laufen.
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Urinbeutel der deutschen EuroMIR Raumflüge

(Foto, raumfahrtmuseum.at)
Urinbeutel der EuroMIR´96 Mission mit weißer und blauer Klemme sowie Monovetten-Adapter und Spritze zum entnehmen von Proben.
Von CobraMed AG stammen diese Urinbeutel. Sie können (wie bei Weltraummissionen) wiederholt befüllt werden. Abnahme von Urinproben aus den Beuteln ist mittels Monovetten-Adapter vorgesehen, was auch das Ablassen von Urin ermöglicht. Diese Urinbeuteln wurden bei den Deutschen EuroMIR´94, EuroMIR´95 und EuroMIR´96 Missionen benötigt um Harnproben der Kosmonauten zu sammeln. Zu den Beuteln gehören noch weiße und blaue Klemmen und Kondomadapter in 4 verschiedenen Größen.
Aberglaube???

Während der Fahrt zur Startrampe stoppt der Bus kurz damit die Kosmonauten nochmals am Hinterreifen des Busses ihre Blase entleeren. Das ganze geht auf einen alten Brauch zurück und soll Glück beim Start und Flug bringen.
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Feuer an Bord der MIR
Die Kosmonauten Vasiliy Tsibliev and Alexander Lazutkin haben auf der MIR die wohl aufregendsten Minuten ihres Lebens verbracht. Am 24. Februar 1997 entzündete sich ein chemischer Sauerstoffgenerator. Die Mannschaft konnte durch Tragen von Atemschutzmasken einer Rauchvergiftung vorbeugen.

Original "Space Station Mir gas mask" im Behälter.