Florida 2009, Start von STS-127
Reise nach Florida, KSC und Start von STS-127 09.07. - 26.07.2009
STS-127 Missions Abzeichen
Da es nun auch mal Zeit wurde zum heiligen Gral der Raumfahrt zu Reisen planten wir zuerst zum Start von STS-128 Anfang August zu fliegen. Nach einiger Zeit, als wir bemerkten das nun bei STS-127 Probleme mit dem Treibstofftank aufgetreten sind, und diese Mission deswegen schon zweimal verschoben werden musste, buchten wir kurzentschlossen eine Reise ins KSC, nun gleich zum Start von STS-127. Wir haben innerhalb von zwei Tagen ein Programm geschmiedet, inkl. der Buchungen für Flug von Wien nach Washington D.C., umsteigen, und Flug nach Orlando, Mietauto ab Orlando und Hotel in Titusville. Da genau zu dieser Zeit aber auch die Festlichkeiten und Feiern von 40 Jahre Mondlandung Apollo 11 im KSC über die Bühne liefen, konnte sich unser Terminkalender am Schluss sehen lassen. Wir mussten die erste Woche wird hart. Das ganze hatte eigentlich mit einer Urlaubsreise nichts mehr am Hut. Die ersten Tage sollten auch Spuren bei uns hinterlassen. Der Jetlag lag an zweiter Stelle, als wir einige Tage gegen 9 Uhr das Hotel verließen, und erst wieder mal gegen 19 Uhr ins Hotel zurück gekommen sind. Schon der erste Tag hatte es in sich, als wir gegen 1 Uhr früh Floridazeit nach 11 Stunden Flug und mehr als 1 Stunde Autofahrt nur kurz mal im Hotel eingecheckt hatten, es aber nicht lassen konnten und wir gleich mal in die Nähe des KSC gefahren sind. Der Wachbeamte muss schon mal gestaunt haben als wir fast bis zu seiner Wachhütte vorfuhren. Am nächsten Tag, wir konnten nicht richtig Schlafen, haben wir uns gleich mal gegen 6 Uhr Früh ein richtig amerikanisches Frühstück geleistet. Danach ging es gegen 9 Uhr das erste mal ins Kennedy Space Center. Wir zeigen hier Bilder die in einen Zeitraum von 14 Tagen entstanden sind.
Die "Astronaut Hall of Fame" sollte bei keinen Besuch in Florida ausgelassen werden. Der Weg zum KSC Visitor Complex führt daran vorbei. Wir haben das Gebäude einige male Besucht. Im inneren Befinden sich  Raumanzüge und original Kapseln aus der frühen Ära der amerikanischen Raumfahrt. Hier zu sehen z.B. die geflogene Mercury Raumkapsel von Walter Schirra "Sigma7".
Links der Mercury Anzug von Gordon Cooper, rechts ein Raumanzug der den Spitznamen "Grashüpfer" bekommen hat. Er stammt aus dem Gemini Programm und wurde bei den 14 tägigen Flug von Gemini 7 zum ersten mal eingesetzt. Ganz rechts: Hier stehe ich am Anfang des "Service Arm" zum "White Room". Dieser befand sich mal am Startturm der Saturn V Rakete in fast 110m Höhe. Auch die Apollo 11 Besatzung ging über diesen Arm zur Kapsel. Im "White Room" angekommen sah ich ein Schild auf dem zu lesen Stand: "The last place on earth".
Nach kurzer Autofahrt sind wir nun im KSC Visitor Complex angekommen. Sofort stach uns der "Rocketpark" ins Auge. Im "Rocketpark" steht u.a. auch der Zugang zum White Room, dieser befand sich beim Startturm der Saturn V Rakete. Dahinter gab es die Halle mit der Aufschrift "Early space exploration" - die wir gleich mal Besuchten.
In der "Early space exploration" Halle angekommen, konnten wir uns gleich mal eine geflogene Gemini Kapsel ansehen. Es handelt sich dabei um die "Gemini IX" Kapsel, diese flog am 3.Juni 1966 mit Tom Stafford und Eugene Cernan für über drei Tage ins All. Am rechten Foto sehen sie die sieben Mercury Astronauten . Das berühmte Foto im Maßstab 1:1.
Links: Diese nicht geflogene Mercury 12B Kapsel war die BackUp Kapsel für Walter Schirra`s Mercury-Atlas 8 Flug. 20 Mercury Kapsel wurden von der McDonnell Aircraft Company gebaut, 5 Stück flogen nie ins All. Mitte: Das VAB (Vehicle Assembly Building) im Hintergrund. In diesen 160 Metern hohen, 218Meter langen und 157 Meter breiten Gebäude wurden in den 70iger Jahren schon die Saturn V Raketen für den Mondflug zusammengebaut. Darum hieß das VAB ursprünglich Vertical Assembly Building. Derzeit werden die Shuttles mit den Boostern und den Haupttank in dieser großen Halle für den Flug zusammengefügt, und als dieses Foto entstanden ist wurde gerade die neue "Ares-X" Rakete darin vorbereitet. Die aufgemalte amerikanische Flagge ist 63 Meter hoch, 33 Meter breit, ebenso hat das blaue NASA Logo 33 Meter Durchmesser. Ganz rechts: m Visitor Center konnten wir auch Buzz Aldrin , Apollo 11 Astronaut und 2.Mensch auf dem Mond treffen. Er gab dort Autogramme in sein neues Buch " Magnificent Desolation". Wir mussten uns über eine Stunde bei 35° Hitze für das Autogramm anstellen.
Einige Tage vor dem Start konnten wir noch zu den Shuttle Startrampen fahren bevor diese für den öffentlichen Besuch gesperrt wurden. Im Hintergrund ca. 1,5km entfernt steht die Raumfähre "Endeavour" auf Rampe LC-39A für den STS-127 Flug bereit.
Am Gelände des KSC Visitor Centers kann man den "Explorer" - ein 1:1 Modell des US-Shuttles besichtigen. Über einen angebauten Turm kann man in zwei Ebenen in das Modell gehen und dort einen Blick in die Ladebucht bzw. Cockpit und Unterdeck werfen. Daneben gibt es ebenso ein Modell des Haupttanks und der beiden Shuttle Booster zu sehen.
Gedenktafel aus Messing für die verunglückten Astronauten und das Space Mirror Memorial.
Die Saturn V Rakete und eine Apollo Kapsel. Beide sind Exemplare die vom damaligen Apollo Programm übrig geblieben sind, da Flüge durch Kosteneinsparungen gestrichen wurden. 
Die geflogene Apollo 14 Raumkapsel im Hintergrund. Mit dieser Kapsel flogen am 31. Januar 1971 die drei Astronauten Stuart Roosa, Alan Shepard und Edgar Mitchell zum Mond. In der Saturn V Halle kann man auch einen echten Mondstein anfassen, wenn man die Hand durch eine schmale Öffnung steckt. Der Stein wurde von Astronauten Jack Schmitt, Apollo 17 am Mond eingesammelt.
Der original Raumanzug von Alan Shepard ist ebenso in der Apollo 14 Halle ausgestellt wie verschiedene Gegenstände die von Apollo Astronauten am Mond oder beim Training getragen oder verwendet wurden. Der graue Schmutz am Anzug ist Mondstaub.
Bei der 40 Jahr Feier Apollo 11 die wir in der Saturn V Halle am 16.Juli 2009 besuchten waren folgende Astronauten anwesend: Buzz Aldrin, Apollo 11; Walter Cunningham, Apollo 7; Edgar Mitchell, Apollo 14; Al Worden, Apollo 15; Charlie Duke, Apollo 16; Jerry Carr, Vance Brand und Bruce McCandless.
Handabdruck von Neil Armstrong, erster Mensch auf dem Mond. Eigentlich auf gut Glück haben wir auch Guenter F. Wendt (* 28. August 1924 in Berlin als Günter Wendt; † 3. Mai 2010 auf Merritt Island, Florida) besucht. Wendt war bis 1975 in der Position des Pad-leaders verantwortlich für die Startvorbereitungen der bemannten Mercury-, Gemini-, Apollo-, Skylab- und ASTP-Missionen. Er war also derjenige, der die Astronauten als letzter verabschiedete und die Luke der Kommandokapseln verriegelte. Er ging 1989 in den Ruhestand, nachdem er sich zuletzt um die Sicherheit der Shuttle-Missionen kümmerte.
Wer schon mal in Titusville ist sollte unbedingt das "U.S.Space Walk of Fame" Museum besuchen. Im inneren ist es eine Schatzkiste, dort findet man alles über das unbemannte und bemannte Raumflugprogramm der NASA. Auf dem Foto mit mir zu sehen ist Sam Beddingfield. (October 28, 1933 – June 13, 2012) Er kam 1959 als Aeronutical Engineer zur NASA und blieb bis 1985. Er verließ die NASA als Deputy Director des Space Shuttle Programms. Jetzt findet man Sam im "U.S.Space Walk of Fame" und auch im "Warbird Museum" als Führer. Was nicht in Vitrinen Platz fand, konnte man auch anfassen, wie diesen Mondstiefel der beim Apollo Training benutzt worden war.
Sitzstreik nach dem zweiten Start Abruch wegen eines Gewitters auf dem NASA Logo in der Vorhalle des "Early space exploration" Gebäudes. Dafür machten wir einen Abstecher zur "Space Station Processing Facility", wo wir u.a. das ISS Modul "Tranquility" sehen konnten.
Am 15. Juli 2009 um 18:03 Ortszeit wurde unser Traum und auch Grund unserer Reise endlich erfüllt. Wir konnten von unseren Hotel aus in Titusville den Start der "Endeavour" live verfolgen, nachdem es zwei Start Abrüche wegen technischer Probleme und drei wegen schlechten Wetter gegeben hatte. Die "Endeavour" auf dem Weg zur Internationalen Raumstation. Nachdem es gegen Mittag noch geschüttet hatte, haben wir nicht mehr mit einen Start am diesen Tage gerechnet.
Besuch in Cape Canaveral, wo wir das "Blockhouse" und die alten Startplätze mit den Launch Complex 26 und Launch Complex 5/6 besichtigen konnten. Von  Launch Complex 5 startete am 5. Mai 1961 Alan Shepard als erster Amerikaner ins Weltall. Danach ging es weiter zum Launch Complex 14 von dem aus John Glenn in den Weltraum flog, und rüber zum Launch Complex 19 von wo aus die Gemini Flüge starteten. Beim Launch Complex 34 konnten wir uns länger aufhalten. Dort geschah ja am 27. Januar 1967 das tragische Unglück mit Apollo 1, wo drei Astronauten beim Brand in der Kapsel ums Leben gekommen sind. Heute steht dort nur mehr der Betonsockel auf dem damals die Rakete stand. Im Blockhaus konnten wir uns die "Gemini 2" Kapsel ansehen. Diese Kapsel flog zwei mal ins All, für den Test des Hitzeschildes bei einen ballistischen Flug in eine Höhe von 171km, danach wurde die Kapsel aufgearbeitet und mit einer Luke im Hitzeschild versehen, um als Prototyp für das Gemini-B-Raumschiff zu dienen, das für das MOL-Projekt benötigt wurde. In dieser Konfiguration wurde es am 3. November 1966 mit einer Titan-IIIC-Rakete erneut auf einen suborbitalen Flug gestartet.
Das Launch Control Center am KSC. Von dort werden die Starts der Space Shuttle Flüge überwacht und geleitet. Das Gebäude steht nur 5km Luftlinie von den Startplätzen Launch Complex 39A und Launch Complex 39B entfernt. Von den großen Fenstern aus hat man direkte Sicht auf den Startvorgang.